UMBAUTEN
- Reiseenduro -
Von meinen Mopeds konnte ich noch nie die Finger lassen. Immer muss noch irgendwas abgeändert werden, sodass das Moped meinem ganz persönlichen Ideal etwas näher kommt. Und so will ich auch die folgenden Umbautipps und Erfahrungen verstanden wissen: Alle folgenden Ideen und Tipps sind Erfahrungen und Umbauten, die für MICH passen oder MIR sinnvoll erschienen. Für andere können diese Umbauten völlig daneben sein!
Wenn ich groben Unfug niederschreibe oder der geneigte Leser einen guten Tipp für mich parat hat, bitte informieren.
Speichen
Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, das man als ambitionierter Endurist die Speichen zwecks Stabilisierung an ihren Kreuzungen mit Kabelbinder fixieren sollte. Also immer die zwei sich kreuzenden Speichen zusammen. Ob das nun Sinn macht oder nicht, darüber kann man streiten. Ich mache es jedenfalls seit vielen Jahren so und hatte noch nie einen Speichenschaden. Grund genug für mich.
Seitenständer
Die Auflagefläche des Ständers vergrößere ich durch Metallbleche - vorzugsweise VA-Blech - die ich mir rund zurechtschneide. So um die 10cm Durchmesser sollten es schon sein, damit das Moped bei weichen Böden nicht mehr einsinkt.
Hauptständer
Ist für meine Mopeds Pflicht. Service,- und Wartungsarbeiten sind einfach zu nervig ohne dieses sinnvolle Helferlein. Aber keine Billigprodukte, die halten meist nicht lange! SW - Motech bietet qualitativ sehr gute und günstige Produkte, sonst verwende ich - wenn möglich - Originalteile.
Schläuche
Ich bevorzuge verstärkte Cross - Schläuche für meine Mopeds. Es soll allerdings deutlich schwieriger sein, selbige zu flicken. Da ich damit bislang aber nur drei Platten auf 250.000km hatte, ist das wohl zweitrangig. Problematisch ist allerdings das diese Schläuche keine Straßenzulassung besitzen und manche Reifenhändler deshalb nicht gewillt sind diese aufzuziehen. Also selber machen oder einen kennen, der es kann.
Ventilkappen
Klein aber fein! Am liebsten nutze ich die Metallausführungen mit dem aufgesetzten Ventilausdreher. Die Dinger halten ewig, haben eine solide Gummidichtung im Inneren und bei Reifenproblemen hat man den passenden Ausdreher immer gleich dabei. Beim Reifenhändler sind die Dinger umsonst oder für ganz kleines Geld zu haben.
Kotflügel
Geht es ernsthaft in den Dreck oder ist zumindest damit zu rechnen - zum Beispiel auf ausgedehnteren Reisen - sollte der Kotflügel vorsorglich hochgesetzt werden. Tut man dies nicht, kann sich das Rad durch ansammelnden Schmodder zwischen Kotflügel und Reifen blitzschnell zusetzen. Spätestens dann geht nichts mehr und der Sturz ist nicht mehr weit.
Je nach Modell kann es ausreichend sein den Kotflügel mittels einfacher Blechstreifen um einige Zentimeter höher zu montieren. Man behält weitestgehend die Originaloptik und ist trotzdem gut vorbereitet. Mindestens 3cm Höhe sollten es aber schon sein. Africa Twin RD 04 Seite

Faltenbälge vs. Neoprentüllen
Eine Enduro sollte keinesfalls ohne Gleitrohrschützer durch die Lande schaukeln. Zu groß ist die Chance durch aufgewirbelte Steine Beschädigungen der Standrohre zu riskieren. Ob nun Gummifaltenbälge (gut gegen Steinschlag) oder Neoprentüllen (besserer Staubschutz) muss jeder für sich entscheiden. Ich nehme gerne die Neoprenteile, weil dadurch - netter Nebeneffekt - die Gabel optisch länger wirkt.
Stahlflex - Bremsleitungen
Rundum sehr zu empfehlen. Robustheit, Langlebigkeit und Druckpunkt sind mit den häufig ab Werk verbauten Gummischläuchen einfach nicht zu erreichen.
Lampenschutz
Bei Africa Twin und BMW habe ich Makrolonscheiben montiert. Kratzfest und durch ihre Flexibilität sehr robust. Stören auch kaum die Optik, da sie kaum auffallen. Bei Gefallen tut es natürlich auch ein Metallgitter
Motorschutz
Manche Modelle kommen ganz ohne oder mit nur einem Plastikspielzeug aus der Werkshalle gerollt, da ist ernsthafter Schaden abseits befestigter Wege bereits vorprogrammiert. Daher gibt es für fast alle Modelle solide Aluschützer zum nachkaufen. Eine sehr sinnvolle Investition.
Lenkererhöhung
Für entspanntes Stehendfahren im Gelände ist diese ergonomische Anpassung in der Regel vonnöten, da die originalen Lenker der meisten Reiseenduros häufig viel zu tief sind. An der Africa Twin RD07 passen bis zu 30mm ohne Änderung der Züge und Leitungen, an der BMW R 1150 GS 25mm. Wenn der Lenker krumm sein sollte oder ergonomisch nicht gut passt, kann man natürlich auch gleich mit höheren Lenkern experimentieren.
Handprotektoren
Ich nutze am liebsten die umlaufend geschlossenen aus Plastik. Gegebenenfalls versehe ich sie noch mit einem so genannten Spoiler um den Wind,- und Wetterschutz zu verbessern. Denn darum geht es mir bei einer Reiseenduro im wesentlichen, die Hand,- und Hebelschützende Wirkung ist nur ein netter Nebeneffekt. Günstige Modelle reichen völlig aus.
Verkleidungsscheiben
Sind Geschmackssache und treffen meinen definitiv nicht, daher entferne ich selbige komplett (BMW und Triumph) oder kürze sie radikal (Africa Twin). Der unverwirbelt anströmende Fahrtwind ist mir allemal willkommener als das Rum-gewackel und der Lärm hinter so mancher originalen Scheibe.
Griffgummi
Gibt es in verschiedenen Härtegraden. Für mich sind die mittleren Härten am angenehmsten bei ausreichender Haltbarkeit.
Reichweite
Reicht die Tankfüllung bei geplanten Fernreisen nicht aus, ist man gut beraten in einen größeren Haupttank zu investieren. Nirgends ist das schwere Benzin so gut aufgehoben wie dort, leider sind die Zubehörtanks aber auch sündteuer. Bezug zum Beispiel über Touratech, Acerbis oder AfricanQueens. Ein Hecktank ist für Otto Normalfahrer nicht sinnvoll, verhindert er doch die Montage von Koffern. Ich nutze im Bedarfsfall zwei 5li. Kanister die ich an den Koffern befestige.
Sitzbank
Was für die Sportenduro gewünscht, ist auf der Reiseenduro eine einzige Folter: schmale, harte Bänke. Die der Africa Twin und der GS habe ich bei Gerd Jungbluth ändern lassen. Für meine 183cm habe ich die Bänke jeweils 3 - 4 cm aufpolstern und (wichtig) vorne reichlich verbreitern lassen. Erstens ist höher sitzen einfach schöner und zweitens wird der Beinwinkel wird auch viel entspannter. Der Bodenkontakt verschlechtert sich durch die Breite zwar, stört mich aber nicht. Zusätzlich habe ich die Bänke der Africa Twin RD07 Modelle mit Alublech um 8cm verlängert. Siehe hierzu: Africa Twin RD 07
Benzinpumpe
Speziell an der Africa Twin und der KTM LC8 ein großes Problem: Das elektrische Bauteil gibt gerne den Geist auf! Wer auf Nummer sicher gehen möchte sollte vorsorglich gegen eine zuverlässigere Unterdruckpumpe ersetzen. Die von African Queens angebotene, eine gebrauchte von der Yamaha Super Tenere oder eine rein mechanische KTM - Pumpe ist hier empfehlenswert. Ich würde einer simplen Unterdruckpumpe immer den Vorzug vor einer, zwangsläufig aufwändigeren, elektrisch betriebenen geben. Für den Notfall hilft auch ein passendes Metallröhrchen mit dem die Pumpe überbrückt werden kann. Für die letzten Liter reicht dann zwar der Gewichtsdruck des Restbenzins nicht mehr aus immerhin geht es aber erst mal weiter.
Kofferträger
Stabilität geht vor Schönheit! Gut gemacht und robust sind die Träger von Touratech. Von Trägern alà Givi und Five - Stars kann ich nur abraten, die gebotene Stabilität reicht einfach nicht aus für ordentlich beladene Alukoffer. Wer jedoch etwas ganz besonderes sucht wird an einer Maßanfertigung nicht vorbei kommen. Für solche Wünsche - wo um jeden halben Zentimeter Breite gefeilscht werden kann - empfiehlt sich ganz besonders Ralf Petersen (RPX). Feine, intelligent konstruierte Edelstahlträger vom Feinsten! Sehr empfehlenswert! Eine weitere Bezugsadresse hochwertiger Maßanzüge fürs Motorrad: RMS Wenig filigran dafür aber über jede Schwäche erhaben sind die massiven Gebilde von Bernd Tesch.
Alukoffer
Ich habe mir welche nach meinen Wünschen bei der Firma RMS schneidern lassen. Topqualität, preiswert aber nicht billig. RPX baut ebenfalls sehr gute Kisten nach Maß. Die älteren Zega oder die neueren Zega Pro von Touratech sind sicherlich die gebräuchlichsten Kisten am Markt. Die Hepco - Becker sind günstig und stabil aber bleischwer. Die Alukisten vom Tesch haben ein sehr gutes Preis,- Leistungsverhältnis und sind sicherlich die stabilsten Fertigprodukte am Markt, allerdings zum Preis höheren Gewichts.
Blinker
Aus naheliegenden optischen Gründen tausche ich die originalen Blinker gerne gegen kleine aus dem Zubehör, aber auch weil "die kleinen" beim Sturz nicht so schnell abbrechen. Zudem ist dieser Umbau meist ohnehin notwendig um Alukoffer eng anpassen zu können. Aber Achtung!: Unbedingt auf "E" Prüfzeichen und 15cm. Mindestabstand achten!
Fahrer - Fußrasten
Wenn möglich, entferne ich die Gummiauflagerungen um bei Nässe und Schmodder einen sichereren Stand zu haben. Noch besser: Rallyefußrasten montieren, die sind breiter.
Auspuff
Das Thema Auspuff ist für mich aus mehreren Gründen interessant:
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Zum einen um heftig Gewicht einzusparen. (BMW 1150 GS Original < - > Zach = spart satte 10kg!) | |
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Im Weiteren natürlich um den Ohr zu schmeicheln, also für guten satten Sound. Nicht zu verwechseln mit Lärm! | |
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Der wichtigste Effekt ist jedoch die mögliche Anpassung der Alukoffer! Um die großen RMS Alukoffer so eng wie möglich an eine Africa Twin RD07 anzupassen habe ich den relativ filigranen African Queens Endtopf verwandt. So schrumpfte die Breite immerhin um 4cm. Legt man den Auspuff jedoch tiefer, sodass die Alukisten synchron oberhalb montiert werden können, kann richtig ordentlich Breite eingespart werden. Bei der 1150er satte 25cm! Bei der GS ist dieser Umbau sehr einfach möglich, da die Firma ZACH einen perfekten Adapter zum tieferlegen anbietet. Noch dazu ist dieser Umbau jederzeit reversibel. In einem anderen - nicht ohne Weiteres reversiblen - Fall habe ich an einer Africa Twin RD04 den Flansch des Krümmers schräg abgesägt und anders herum angeschweißt um so eine tiefe Endtopfmontage zu realisieren. |